CAST_

Johanna Franke als MILA

Es ist selten, dass mir beim Lesen eines Drehbuchs die Hände zittern. Die Chance, einen Menschen wie Mila spielen zu dürfen, ist einzigartig im Leben einer Schauspielerin. Ihre Unangepasstheit, ihre Ablehnung der Normgesellschaft, ihre Feindschaft mit sich selbst und ihr bedingungsloses Ausloten der Notwendigkeit zu existieren, berühren mich.
Selten gelingt es Autorinnen, so radikale, starke und verletzliche Frauenfiguren zu zeichnen. 

PRODUKTION_

Jana Lotze, Oma Inge Film

Oma Inge Film steht für mutiges, zeitgenössisches Kino aus ungewohnten Perspektiven. MALA hat eine solche Perspektive und wir wussten sofort: Wir wollen diesen Film gemeinsam machen. Eine Figur wie Mila haben wir noch nie gesehen. Und Lou ist eine Autorin und Regisseurin, die sehr genau und sensibel beobachtet und uns dadurch verstehen lässt, ohne zu moralisieren. Das hat mich auf Anhieb beeindruckt.

Mit „schwierigen“ Themen kennen wir uns aus, wie der Erfolg unseres Films SYSTEMSPRENGER gezeigt hat. Der allererste Film, an dessen Dreh ich persönlich gearbeitet habe, war ebenfalls ein Film über Suizid. Daher wusste ich, wie schwierig MALAs Finanzierung wird und dass wir unkonventionelle Wege werden beschreiten müssen. Aber das hält uns nicht auf.

DREHBUCH UND REGIE_

Lou Wildemann

Ich möchte von der Ambivalenz, der Gleichzeitigkeit eines beeindruckenden Außen und zerstörerischen Innen erzählen. Von einer Antiheldin, die ihr Potential nicht spürt. Die sich tot fühlt und deshalb nicht mehr leben will. Zu diesem Konflikt, den Mila ganz allein mit sich austrägt, möchte ich einen Zugang schaffen. Es geht um die bitteren Grenzen von Freundschaft, Milas erstaunliche Fähigkeit, die Fassade aufrecht zu erhalten und die Ohnmacht, mit der ihre Hinterbliebenen leben müssen.

Schonungslos zu zeigen was ist, halte ich für den richtigen Umgang mit Suizid. Betroffene kann es spüren lassen, dass sie damit nicht so allein sind, wie sie glauben. Unbeteiligten kann es verstehen helfen, dass Selbsttötung keine affektive oder egoistische Entscheidung gegen jemanden ist, sondern das Ende eines langen, vergeblichen Versuches auch für Andere weiterzuleben. Häufig sind es genau die äußerlich starken Personen, bei denen es niemand hatte kommen sehen.